Kirchliche Hochschulen rund um die Trias Ethik – Kultur – Bildung

Drei-Stufen-Modell der Kooperation

Die Vielfalt der Themen rund um die Trias Ethik-Kultur-Bildung lässt sich gerade in ihren wech­selseitigen Verknüpfungen nur dann angemessen in Lehre und Forschung bearbeiten, wenn man die Kompetenzen, die in den drei Hochschulen mit ihren verschiedenen, sich ergänzenden Profilen  jeweils vorhanden sind, zusammen­bringt und kooperativ fruchtbar macht. Der Mehrwert für Kirche und Gesellschaft ist offensichtlich, da die Katholischen Hochschu­len in Bayern auf diese Weise einen signifikanten Beitrag für Wis­senschaft und Gesellschaft leisten können. Deshalb gibt es bei aller sinnvollen und notwendigen Eigenständigkeit der drei Hochschulen gute Gründe für ein zukünftig stärker komplementäres Agieren auf der Basis einer Kooperationspartnerschaft. Für die operationale Kon­kretisierung bietet sich ein gestuftes Modell einer institutionalisierten Kooperationsstruktur in drei Stufen an.

1. Ausbau vorhandener Zusammenarbeit: Eine erste und unmit­telbare Form sind die Kooperationen, die hochschulübergrei­fend zwischen einzelnen Kolleginnen und Kollegen vor allem in der Forschung bereits existieren und weiter ausgebaut wer­den sollten.

2. Institutionelle Zusammenarbeit durch gemeinsame themen­bezogene Einrichtungen: Um das volle Potenzial der Zusam­menarbeit in Lehre und Studium, Forschung und Entwicklung sowie Fort- und Weiterbildung bei vorhandenen Kooperations­verbünden nutzen zu können, ist es sinnvoll, diese als zwei­te Stufe der Zusammenarbeit institutionell abzusichern, etwa durch die Errichtung hochschulübergreifender Einrichtungen. Diese institutionalisierte Form der Zusammenarbeit ermög­licht die Planungssicherheit, die für einen nachhaltigen Aufbau gemeinsamer Forschungsaktivitäten oder von Studienformaten wie auf für das Einwerben von Drittmitteln unerlässlich ist. Auf diese Weise können Strukturen geschaffen werden, die eine nachhaltige Zusammenarbeit zu bestimmten Themen, vor al­lem in der Forschung, ermöglichen.

3. Förderung spezifischer zusätzlicher Kooperationsstrukturen: Als dritte Schicht ist schließlich die Möglichkeit der Förderung spezifischer zusätzlicher Kooperationsstrukturen vorzusehen – vor allem mit dem Ziel, neben der Forschung auch gemeinsam neue Formate in Studium und Lehre in Themenfeldern zu eta­blieren, für die bisher keine hochschulübergreifenden Formen der Kooperation existieren.

Mögliche Formen der Zusammenarbeit auf Studiengangsebene wären:

  • Anbieten von Zweitfächern, Modulen, Zertifikaten, um die Angebote der jeweiligen Partnerhochschulen zu ergän­zen;
  • Entwicklung gemeinsamer Studiengänge (Studierende können an allen drei Hochschulen Angebote wahrneh­men, deren Attraktivität durch internationale Kooperati­onen noch gesteigert werden kann);
  • gemeinsame onlinebasierte Studienformate, mit denen auch neue Zielgruppen erreicht werden können;
  • gemeinsames Studium Generale (auch mit englischen An­geboten);
  • Gemeinsames Angebot für Lehramtsausbildung Philoso­phie/Ethik, wenn diese Fächer wie inzwischen vom Kul­tusministerium beabsichtigt, auch in Bayern als grundstän­diges Lehramtsstudium absolviert werden können.