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Katholische Hochschulen in Bayern kooperieren zu Fragen von Ethik, Kultur und Bildung

Die Präsidenten der Katholischen Hochschule in Bayern beim Start der Kooperationspartnerschaft. (Fotos: Klenk/upd)

Die Hochschule für Philosophie München (HfPh), die Katholische Stiftungshochschule München (KSH) und die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) haben eine Kooperationspartnerschaft vereinbart, um zukünftig in Forschung und Lehre gemeinsam gesellschaftliche Fragestellungen aus den Feldern Ethik, Kultur und Bildung wissenschaftlich aufzugreifen und zu bearbeiten. Die Hochschulen bündeln damit ihre Expertise in Themenbereichen wie „Globalisierung“, „Mensch und digitale Gesellschaft“, „Kulturelle Bildung“ oder „Befähigung und Care in sozialer Verantwortung“. Die ersten Projekte der neuen Zusammenarbeit sind ein kooperatives Promotionskolleg „Ethik, Bildung und Kultur für das 21. Jahrhundert“ sowie die Gründung eines „Zentrums für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft“

Leitperspektiven kirchlicher Hochschulen – „Ethik – Kultur – Bildung“

Moderne Gesellschaften werden immer unübersichtlicher und in vielen Bereichen stoßen wir unübersehbar an Systemgrenzen. Sozialer Wandel, fortschreitende globale Verflechtungen und technologische Innovationen, wie z.B. die Digitalisierung, bieten Chancen für effizientere Arbeitsteilung, die Begegnung von Menschen und mehr Lebensqualität. Diese Entwicklungen stellen uns zugleich aber auch vor ganz neue Herausforderungen, weil sie mit sozialen Ungleichgewichten, massiven Umweltproblemen und vielschichtigen Konflikten einhergehen, die globaler Natur sind, wie die aktuelle Flüchtlingskrise deutlich zeigt. Mit den steigenden technologischen Möglichkeiten stellt sich gleichzeitig die Frage, wie die damit verbundene Macht verantwortlich ausgeübt, verteilt und kontrolliert werden kann.

Mit der komplexen Gemengelage steigt die Gefahr von Verunsicherung und Polarisierung. Oberflächliche Antworten und eine rein zweckorientierte Perspektive, welche die Fragen von Identität, Kultur und Verantwortung außer Acht lassen, greifen offensichtlich zu kurz. Vor diesem Hintergrund kommt einer akademischen Bildung eine zentrale Bedeutung zu, die ein Verständnis für die tieferen Ursachen und Zusammenhänge dieser Entwicklung vermittelt und Menschen dazu befähigt, sich ein kritisches Urteil zu bilden. Nur Persönlichkeiten, welche die Fähigkeit und den Mut haben, selbstständig zu denken, können sich und anderen Orientierung geben und damit erfolgreich Verantwortung übernehmen.

Die drei kirchlichen Hochschulen in Bayern sehen von daher die Trias von „Ethik – Kultur – Bildung“ als Leitperspektive für ihre Arbeit. Akademische Bildung ist immer mehr als Berufsausbildung und muss daher auch die Persönlichkeitsentwicklung im Blick haben. Diese spezifische Perspektive und Ausrichtung liegt im Interesse der Kirche und entspricht dem in der Apostolischen Konstitution Ex Corde Ecclesiae von Johannes Paul II. 1990 beschriebenen Charakter und Auftrag katholischer Universitäten. Indem die drei Hochschulen die  drängenden Fragen unserer Zeit in Lehre und Forschung aufgreifen, leisten sie einen wichtigen Dienst für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft und einen Beitrag zur Lösung der gegenwärtigen globalen Herausforderungen. Sie bringen dabei ihre jeweils spezifische Expertise ein, die durch die hochschulübergreifende Zusammenarbeit gebündelt und erweitert werden kann. Das Potenzial an Synergien, das auf diese Weise genutzt werden kann, wird ein erheblicher Mehrwert für die kirchliche Hochschullandschaft und kann gleichzeitig einen wichtigen Katalysator für eine sich ergänzende und aufeinander abgestimmte Profilierung und Entwicklung jeder der drei einzelnen Hochschulen darstellen.

Einladung zum Auftakt des Promotionskollegs

Promotionskolleg

Das Promotionskolleg vergibt zehn Plätze zur Promotion.

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